AKTUELLES > 10.09.2011

Sonne strahlt über Lichtenberg

11. Burgfest in Lichtenberg

Manche sagen, der Esel war dran schuld. Als Bruder Mac, ein singender Mönch vom Orden der Bibamusmönche, am Samstag mit seinem Esel auf dem Lichtenberger Burgfest eintraf, fing die Sonne an zu scheinen; sie schien auch den ganzen Sonntag über.
Als aber dann Esel und Mönch am Sonntagnachmittag wieder abzogen - wobei zu jener Stunde nicht mehr ganz eindeutig war, wer wen an der Leine führte - , brach nicht lange danach ein Unwetter aus, das in seiner Folge Bäume entwurzelte und Dächer beschädigte. Gottseidank waren zu dem Zeitpunkt schon die meisten Gäste und Fahrleute wieder auf dem Heimweg…so oder so war das Lichtenberger Burgfest auch im Jahr 2011 ein großartiger Erfolg. Erneut wurden über 10.000 Besucher gezählt, und erneut konnte man an den Autokennzeichen sehen, dass nicht nur Mittelalterfans aus dem Fränkischen ihren Weg in das romantische Ritterstädtchen gefunden hatten.
Schwer fällt es, aus der Vielzahl der Sensationen eine herauszugreifen… Besonderes Interesse erregte sicherlich der Auftritt der italienischen „Compagnia Degli Scoiattoli Neri“, die in Zeitlupe ritterliche Schaukämpfe vorführte. Wer nicht gesehen hat, wie sich die Gesichter der Darsteller im Eifer des Gefechts schmerzhaft oder triumphierend verzogen, der hat etwas verpasst! Auch musikalisch war wieder einiges los. „Drachenmond“, „Lyra Musica“, die Prager Truppe „Braagas“ sowie der Spielmann Peter Skaba sorgten dafür, dass niemand lange still sitzen konnte. Wie in den vergangenen Jahren brachte die „Bayreuther Katzbalgerey“ mit ihren kriegerischen Aufmärschen Bewegung in die Besuchermassen,
die sich den Burgberg hinauf wälzten. Da das Thermometer in die hohen zwanziger Grade stieg, war es nur angemessen, den einen oder anderen Bösewicht das kalte Brunnenwasser schmecken zu lassen. Also wurde die altbewährte Bäckertaufe in Dienst genommen, um einen betrügerischen Metzger samt seinem Sohn, sowie eine Hure und eine Hexe in das schmutzige Nass zu tauchen. Allesamt wurden sie danach unter Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt.
Schande allerdings hat dieses Burgfest sonst niemandem gebracht - am allerwenigsten den Lichtenbergern selber, die wieder einmal unter Beweis gestellt haben, was ihr Gemeinschaftssinn alles vermag. Ist doch das Besondere dieser Veranstaltung, dass die Lichtenberger selber sich gewanden und tatkräftig dabei mithelfen, die vielen Gäste aus Nah und Fern zu empfangen und zu speisen. Freuen wir uns als schon auf das Jahr 2012, wenn am letzten Wochenende der bayerischen Sommerferien die Lichtenberger erneut auf ihre Burg laden!